background



Geschichte


Auch auf RĂșnland gibt es eine Zeitrechnung, die von Chronisten in Askurhall fortgefĂŒhrt wird. FĂŒr das Leben auf der Halbinsel hat es kaum eine Bedeutung, welches Jahr gerade ist. Die Bevölkerung zĂ€hlt ihr Alter anders und mehrere auf historische Ereignisse zurĂŒckgehende Feste finden ohnehin jedes Jahr statt. Dennoch wird in der Hauptstadt die Geschichte des Landes in schriftlicher Form bewahrt und die Chronik weitergefĂŒhrt. Wir befinden uns im 712. Jahr im Buch der Jahre seit der Zeit des Zwielichts...





Das Buch der Jahre

Diese Ă€lteste bekannte Chronik der Weltgeschichte beginnt mit einem einleitenden Kapitel, in dem die Erschaffung der Welt durch die Götter und die Geburt der Geister und der Menschen erzĂ€hlt wird. In jenen Tagen geschahen auch alle Dinge, die heute in den Mythen und Legenden des Volkes erzĂ€hlt werden. Die Chronik besagt, dass diese alte Zeit, die auch die Zeit des Zwielichts genannt wird, etwa 300 Jahre andauerte, und beginnt schließlich im 301. Jahr mit der Ankunft der Ahnen auf der Halbinsel, die damals noch großteils unbewohnt war. Von der alten Heimat, aus der sie auf Schiffen ĂŒbersetzten, ist heute nichts mehr bekannt. Sie soll irgendwo im Osten liegen, hinter dem Meer und den Landen danach.





Die Jahre 301-373

In dieser ersten Epoche, in der RĂșnland allmĂ€hlich besiedelt wurde und sich bereits viele Siedlungen bildeten, setzten sich die Vorfahren der heutigen RĂșnlĂ€nder gegen andere VolksstĂ€mme in der Region durch, die ebenfalls ein Interesse an der Halbinsel hatten. Sie erschlossen die wenigen Erzadern ihrer neuen Heimat und grĂŒndeten Askurhall, das zum kulturellen Zentrum des Volkes wurde. Als GrĂŒnder der Stadt gilt der erste Großjarl, Gunnar der Starke, dem es gelang, große Teile der Halbinsel unter seine Kontrolle zu bringen. In jenen Tagen entstand in den rĂșnlĂ€ndischen WĂ€ldern die Lebensart des heutigen Skogvolks. Doch war das Volk unter Gunnar noch lĂ€ngst nicht unter einem gemeinsamen Banner vereint. Das sollte noch mehrere Generationen dauern.





Die Jahre 374 - 485

Der zweite Abschnitt in der Geschichte RĂșnlands beginnt zeitgleich mit der Regentschaft des dritten Großjarls, Rodgar dem Schild. Zu diesem Zeitpunkt hatte man unter den stĂ€ndigen Angriffen der Nachbarvölker zu leiden, die die Halbinsel beinahe jedes Jahr heimsuchten. Es gelang Rodgar, alle konkurrierenden regionalen Machthaber auf RĂșnland entweder an seine Seite zu zwingen oder auszuschalten. Kurz vor seinem Tod im Jahr 392 wurde er zum ersten König RĂșnlands gekrönt, nachdem ein vereinigtes Heer aus allen Teile der Halbinsel eine Invasionsstreitmacht vernichtend geschlagen hatte. Nach ihm bestiegen zunĂ€chst sein Sohn Alfr und schließlich dessen Sohn HĂ€ngis den Thron in Askurhall, dass im Lauf der Jahre stark gewachsen war und damals die einzige Siedlung der Halbinsel war, deren Kern bereits komplett aus Steinbauten bestand. Unter jenen drei Königen begann sich auch das religiöse Leben vielerorts zu entfalten und es entstanden die meisten heiligen Orte der Insel.





Die Jahre 486 - 572

In der dritten Epoche der rĂșnlĂ€ndischen Chronik, die man auch die Zeit der vier Könige nennt, bildete sich die heutige Kultur und Lebensart der verschiedenen Volksgruppen RĂșnlands vollends heraus. Mit fester Hand regiert, erlebte die Halbinsel eine Zeit des Wohlstands und der Sicherheit, in der alle Angriffe von außen erfolgreich abgewehrt werden konnten und etliche Handelsbeziehungen mit umliegenden Landen zustande kamen. Dann jedoch begann mit dem Einmarsch der Truppen des nördlich gelegenen Imperiums von Koshka eine Zeit des Krieges und der Zerstörung.





Die Jahre 573 - 641

Im Jahr 573 fiel eine kjelvische Invasionsstreitmacht ĂŒber die nördlichen PĂ€sse in RĂșnland ein. In ihrem Gefolge befand sich auch RĂ€gar der VerrĂ€ter, der jĂŒngere Bruder des zum damaligen eitpunkt regierenden Königs Raist, der sich nicht damit zufrieden geben wollte, in der Thronfolge ĂŒbergangen worden zu sein. Er fĂŒhrte die Truppen der Koshkasier ins Land, da man ihm versprochen hatte, ihn nach einer erfolgreichen Unterwerfung als Herrscher ĂŒber die Halbinsel einzusetzen. Es gelang den Invasoren rasch, den Nordosten der Insel unter ihre Kontrolle zu bringen. Sie belagerten Askurhall und zerstörten große Teile der Stadt. König Raist fiel in den KĂ€mpfen. Doch dann stagnierte der Krieg, denn die RĂșnlĂ€nder zogen sich in die Berge und WĂ€lder zurĂŒck und begannen, die umherstreifenden Scharen der Koshkasier systematisch anzugreifen und zu vernichten. Diese konnten die Kontrolle ĂŒber die Halbinsel nicht erringen, da es kaum Orte gab, die sie besetzen konnten. FĂŒr einige Jahre kam es zu keiner grĂ¶ĂŸeren Schlacht, bis sich die RĂșnlĂ€nder unter dem Banner ihres neu gewĂ€hlten Königs Arnulf Schwertsinger neu formierten. Eine Garnison der Koshkasier nach der anderen wurde belagert und vernichtet. Da sich das Imperium mit Feinden an anderen Grenzen herumschlug, fehlten die VerstĂ€rkungen, die fĂŒr eine Niederwerfung des rĂșnlĂ€ndischen Wiederstandes nötig gewesen wĂ€ren. Der selbsternannte König RĂ€gar musste zusehen, wie sein Einfluss ĂŒber die Halbinsel wieder schwand. Schließlich schlugen die RĂșnlĂ€nder die verbliebenen TruppenverbĂ€nde Koshkas unter RĂ€gars Kommando in der Schlacht auf den nördlichen HĂŒgeln. Damit war die Halbinsel wieder frei, der Jubel im Volk groß. Arnulf Schwertsinger regierte noch mehrere Jahrzehnte und etablierte das heutige Herrschaftssystem RĂșnlands, nach dem ein König durch den großen Rat von Askurhall unterstĂŒtzt wird und der Thron nur an einen starken Nachfolger weitergegeben werden darf.





Die Jahre 642 - 698

In der Zeit der Stahlkönige, der bislang letzten, bis zur Gegenwart reichenden Epoche der rĂșnlĂ€ndischen Chronik, wurden die EinfĂ€lle der benachbarten Völker ganz langsam wieder massiver und nahmen in den jĂŒngsten Jahrzehnten teilweise bedrohliche Ausmaße an. Mehrfach gelangten KampfverbĂ€nde feindlich gesinnter Völker bis ins Herz der Halbinsel. In der Folge wurde nicht nur das auf Hersen und Jarls beruhende Verwaltungssystem eingefĂŒhrt, sondern auch die großen Things, die unter Anderem zur Musterung des Volkes, zu gemeinsamen WaffenĂŒbungen und der Beratung der aktuellen Lage dienen.





Die Jahre 699 - 712 (heute)

Unter der Regentschaft des Königs Beheim, den man bereits den Weisen nennt, wurden die BemĂŒhungen vermehrt, das rĂșnlĂ€ndische Volksheer zu verbessern und den Außenhandel mit freundlich gesinnten Völkern auszuweiten. Mehrere empfindliche Niederlagen und gefĂ€hrliche Situationen in Schlachten der vergangenen Jahrzehnte haben gezeigt, dass die ĂŒberlegene Bewaffnung der immer wieder eindringenden Feinde eine Gefahr darstellte, der man mit den geringen Ressourcen der Halbinsel und mit Beutewaffen kaum begegnen konnte. Zudem gibt es GerĂŒchte ĂŒber ein erneutes Interesse der Koshkasier, ins Land einzufallen. Nicht zuletzt deshalb hegt König Beheim bis heute ein großes Interesse an der Befestigungstechnik anderer Völker, von der ihm berichtet worden war, sowie an deren AusrĂŒstung und Kampftaktik. In RĂșnland ist der von BogenschĂŒtzen und Leichtbewaffneten unterstĂŒtzte Schildwall die traditionelle Kampfformation, doch können meist nicht ausreichend SchwergerĂŒstete gestellt werden, um ihm die volle StĂ€rke zu verleihen. Der Mangel an Rohstoffen wird auch hier schmerzlich deutlich. Dies sind also die Herausforderungen unserer Zeit, denen sich König und Volk gemeinsam stellen mĂŒssen.